Glitzernde Teamleistung in Eimsbüttel

Für das Auswärtsspiel am 20.11. gegen den Eimsbütteler TV standen die Zeichen für Coach Markus Crüger wortwörtlich auf Sturm und kleine Unwetterwolken umrahmten die leicht sorgengefaltete Stirn. Die Vorzeichen waren wahrlich nicht die Besten: Das letzte Training vor dem wichtigen Auswärtsspiel musste ohne den Cottbusser Trainer stattfinden, da aufgrund der Wettersituation eine Anreise zu ungewiss war. Auch die rückrundentypischen Zipperlein machten dem Team zu schaffen: Stanzi Bieneck litt unter einer Augenentzündung, Juliane Krecklow, Tina Seidel, Natalie Heinold hatten diverse Schmerzen zu beklagen, Mareike Birmele und Steffanie Prange de Oliveira fielen aufgrund einer Erkältung aus, Luise Erdmann saß der Prüfungsdruck im Nacken und Romy Munz sollte sich womöglich doch mit Cottbusser Demonstrationsblockaden statt der Eimsbütteler Blockwand beschäftigen. Nur 2 Stunden vor Abfahrt trat Murphy Gesetz noch einmal zu Tage und raubte der dezimierten Truppe auch noch Libera Sandra Duinkerken, die mit einer Magendarmgrippe zuhause bleiben musste.

Neuer Optimismus wurde von Busfahrer Andy mitgebracht, der die kleine Truppe sicher und zwischenfallslos ans Hamburger Ziel brachte. An Bord war außerdem Glücksbringer und Edelfan Achim, der sich ebenfalls kein düsteres Bild malen lies und mit einer kleinen Siegesprämie für die Glitzergirls lockte. Auch Hauptangreiferin Romy Munz durfte im letzten Moment noch Uniform gegen Trikot tauschen und war mit an Bord.

Der Funke sprang jedoch noch nicht so ganz auf den Trainerstab über, als sie ein eher schwächliches Einschlagen bezeugten. Die Sorgenfalten auf der Trainerstirn vertieften sich und aufmerksamen Zuschauern fiel sicherlich die intensive, fast verzweifelte Besprechung über dem Aufstellungszettel der beiden Coaches Markus Crüger und Frank Bartelt auf. Die Entscheidung wurde getroffen, der Anpfiff ertönte, der BBSC setzte seine Hoffnungen in Vogt, Kasten, Munz, Krecklow, Erdmann, Bieneck und Klappenbach. Die Taktik war klar und alle Spielerinnen starteten hoch konzentriert und, möglicherweise von der leichten Nervosität gekitzelt, mit einer bemerkenswert kämpferischen Abwehrleistung. Das Spiel gestaltete sich zunächst sehr ausgeglichen und der ETV widersprach dem zurückliegenden Tabellenplatz mit einem souveränen und anspruchsvollen Spiel. Doch durch die wieselflinke Blocksicherung wuchs mehr und mehr die Selbstsicherheit der Berliner Angriffsspielerinnen und vor allem Luise Erdmann gelangen wieder und wieder unhaltbare Punkte. Diese Zuversicht machte sich in der Endphase des Satzes deutlich bemerkbar, verflogen waren vorherige Zweifel und Unsicherheit, die Glitzergirls fuhren ihren erarbeiteten Vorsprung erleichtert nach Hause und sicherten sich Satz eins.

Auch den Trainern war ein leichtes Hoffnungsglitzern in den Augen an zu sehen, langsam lichteten sich auch die Sorgenwölkchen und die Mannschaft nahm ermutigt den Schwung in den zweiten Satz mit. Lediglich das Schiedsgericht streute hin und wieder Grund zum Stirnrunzeln ein: sogar die sonst so ausgeglichene Anna Lena Vogt wurde dazu verleitet, zusammen mit der verständlicherweise ebenfalls aufgebrachten, gegnerischen Kapitänin noch einmal das Grundprinzip eines Tusches zu erläutern. Ironischerweise wurde eben dieser Angriffstrick noch im letzten BBSC Training ausführlich geübt. Beide Teams setzten den Kampf um die begehrten Punkte jedoch ehrgeizig fort, lediglich im Aufschlag hatte der BBSC die Nase einen hauchbreit vorn und beschränkte die Möglichkeiten der gegnerischen Zuspielerinnen. Libera Lou Klappenbach erledigte in der Feldabwehr das restliche und entmutigte das Eimsbütteler Angriffsspiel. Bei einem Endstand von 25:17 freute sich der BBSC über den sicheren Punktgewinn. Doch der sollte den Glitzergirls nicht genug sein: Drei Punkte für die Verteidigung der Tabellenspitze sollten her. Allerdings hatte der ETV nicht vor, den Gästen Geschenke zu machen und warf nochmal alles in die Waagschale. Besonders die schwer einzuschätzenden Kombinationen über Mittelangreiferin und spätere MVP H. Mörke machten den Berlinerinnen zu schaffen. Coach Crüger reagierte mit der Aufschlagspezialistin Tina Seidel für Saskia Kasten, die neuen Wind auf der Diagonalposition brachte. So ganz war der BBSC seine kleine Pechsträhne jedoch nicht los, als Seidel sich unglücklich am Sprunggelenk verletzte und zwar den Satz, aber vorsichtshalber nicht das Spiel zu Ende bringen konnte. Den Gästen gelang zwar noch eine Aufholjagd zum 21:22, doch die Hamburgerinnen belohnten ihre stabile und überzeugende Leistung vor applaudierenden Fans mit einem Satzgewinn.

In der Satzpause erinnerten sich die BBSC Mädels erneut ihres ursprünglichen Kampfgeistes, Frank Bartelt ermunterte zu mutigen Angriffen und Kapitänin Lischen Kerger stärkte die Motivation ihrer Mannschaft. Statt erneuter Sorgen war Ehrgeiz und Siegeswille im Spiel der Tabellenführerinnen zu finden, Zuspielerin Anna Lena Vogt setzte wagemutig ihre beiden Mittelblockerinnen Jule Krecklow und Romy Munz ein, die mit einem beinah fehlerfreien Spiel glänzten. Natalie Heinold übernahm für Luise Erdmann und stabilisierte die Annahme, Stanzi Bieneck brachte die Bälle mit Auge und Technik raffiniert im gegnerischen Feld unter. Alles schien zu klappen und die Berlinerinnen spielten sich in einen regelrechten Lauf, der auch durch die gegnerische Auszeit beim 11:17 nicht zu stoppen war. Beim Matchball griff Stanzi Bieneck noch einmal tief in ihre Beach-trickkiste und platzierte den Ball so gekonnt senkrecht zum Netz auf der Vier dass es kein Erreichen mehr für die Abwehr des ETV gab. Jubelnd feierten die Glitzergirls ihre hart errungenen drei Punkte und setzten MVP Luise Erdmann zur Feier das Krönchen auf.

Im abschließenden Gespräch war das Grinsen auf den Gesichtern der Spielerinnen, Fans und Trainer nicht zu übersehen und Markus Crüger lobte außerdem das ebenfalls hohe Niveau der Gegnerleistung. Gerade deswegen jedoch fand er besonders anrührende Worte für seine Mannschaft: „ Das heutige Spiel war eines der schönsten dieser Saison. Die schnelle und genaue Umsetzung der taktischen Vorgaben, der kämpferische Einsatz und der beeindruckende Teamgeist, der heute bei jeder Einzelnen zu sehen war, haben das Spiel ganz besonders gemacht!“.

 

Es spielten für den BBSC: Lisa Kerger, Juliane Krecklow, Natalie Heinold, Romy Munz, Luise Erdmann, Saskia Kasten, Kristina Seidel, Anna Lena Vogt, Constanze Bieneck, Lou Klappenbach

MVP: Luise Erdmann

 Autor:

BBSC II - Team

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